TIEFE HIRNSTIMULATION

Leitung

Leiter Stereotaktische Neurochirurgie: Prof. Dr. med. Jürgen Voges

Mitarbeiter

Dr. med. Imke Galazky, Oberärztin, Universitätsklinik für Neurologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Deutschland
Frau Inga Decker, Physiotherapeutin, Universitätsklinik für Neurologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Deutschland
Ass.-Ärztin, Andrea Brejova, Universitätsklinik für Neurologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Deutschland
Dipl.-Phys. Klaus Kopitzki, Leibniz-Institut für Neurobiologie (IfN)
Amb.-Schwester, Simone Perbandt, Universitätsklinik für Neurologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Deutschland

 

Kooperationen

 

Prof. Dr. Volker Sturm


Leibniz Chair, Abteilung für Verhaltensneurologie, Leibniz-Institut für Neurobiologie Magdeburg, Deutschland Klinikdirektor, Klinik für Stereotaxie und Funktionelle Neurochirurgie, Kliniken der Universität zu Köln, Deutschland

 


In der Bewegungskontrolle spielen komplexe Regelkreise der Nervenzellen untereinander mit erregenden und hemmenden Impulsen eine wichtige Rolle.
Bewegungsstörungen entstehen aufgrund eines Ungleichgewichtes dieser Regelkreise. Die Aktivität einiger Zellpopulationen ist übermäßig synchron, d.h. sie "feuern" dauerhaft im selben Takt.


Dies führt zu einer verminderten Bewegungskontrolle der Muskulatur und kann sich in Abhängigkeit der betroffenen Nervenzellgruppen als Zittern (Tremor) und verminderte Beweglichkeit (M. Parkinson) oder Überbeweglichkeit (Dystonie) äußern. In Deutschland leiden rund 800.000 Menschen unter dieser Fehlsteuerung von Regelkreisen im Gehirn.


Seit Mitte der 90er Jahre können Patienten, bei denen eine medikamentöse Behandlung nicht ausreichend wirkt, mittels Tiefer Hirnstimulation (THS) behandelt werden. Während einer Operation werden durch kleine Löcher im Schädel Elektroden in die betroffenen Hirnregionen eingesetzt. Diese senden ständig elektrische Signale mit hoher Frequenz aus und verändern somit die übermäßig synchronen Signale der Nervenzellen. Versorgt werden die Elektroden über einen Generator, welcher, ähnlich wie ein Herzschrittmacher, unterhalb des Schlüsselbeines implantiert wird. In klinischen Studien wiesen mehr als 80 Prozent der Patienten mit essentiellem Tremor oder Parkinsontremor eine deutliche Besserung ihrer Symptome auf.
Neuerdings hat man auch eine Wirksamkeit der Tiefen Hirnstimulation bei neuropsychiatrischen Erkrankungen nachgewiesen und erfolgreich Patienten mit den Diagnosen Depression, Zwangserkrankungen, Tourette-Syndrom behandelt. Möglicherweise ist die Therapie auch bei Suchterkrankungen einsetzbar und erweitert damit das Feld der therapeutischen Möglichkeiten.


Im Vergleich zu operativen Therapieverfahren zur Kontrolle der Bewegungsstörungen wie z.B. Thalamotomie und Pallidotomie, welche zu einer Hirnläsion führten, ist die THS durch ihre Reversibilität und Steuerbarkeit relativ sicher.


Die Indikation zur Tiefen Hirnstimulation kann jedoch nur durch einen Neurologen gestellt werden. Wichtig ist eine Überprüfung der Diagnose, da die THS nicht bei allen Patienten mit Bewegungsstörungen wirksam ist. Medikamentöse Therapieverfahren müssen ausgeschöpft sein.
Der operative Eingriff birgt ein geringes Risiko bleibender neurologischer Ausfälle von 2-3%. Die spätere Neurostimulation kann Störungen wie Kribbelmissempfindungen, Sehstörungen, Bewegungsstörungen aber auch psychische Veränderungen hervorrufen. Diese lassen sich durch Programmierung des Generators und Anpassung der Medikamente allgemein gut beeinflussen.


Für die Operation erfolgt eine stationäre Aufnahme in eine zugelassene Klinik mit Stereotaxiemöglichkeiten. Wichtig ist eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Operateur, Neurologen und Patient. Während der Operation ist der Patient wach. Um die Elektrode im Gehirn genau zu platzieren, erfolgen neurologische Testungen und eine Teststimulation, um Wirkung und Nebenwirkung des Verfahrens am Patienten zu überprüfen. Nach der Operation ist eine weitere Anpassung der Stimulation und der bereits bestehenden Medikation im Zeitverlauf von 3 bis 6 Monaten erforderlich. Obwohl die meisten Patienten die Operation und die anschließende Programmierungsperiode sehr gut verkraften, sollten Anstrengungen in diesem Zeitraum vermieden werden. Eine entscheidende Säule der Therapie ist auch die Unterstützung durch Angehörige und Freunde.

 

Kontakt

Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie:


Leiter

Prof. Dr. med. Jürgen Voges

Otto-von-Guericke-Universität

Universitätsklinik für Neurologie

und Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg,

Deutschland


Tel: +49 (0391) 67-14487
Fax: +49 (0391) 67-14474
E-mail: juergen.voges@med.ovgu.de

 

Dr. med. Lars Büntjen, Oberarzt
Otto-von-Guericke Universität
Universitätsklinik für Neurologie
und Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie

Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R

Leipziger Str. 44,

39120 Magdeburg

Deutschland

 

Tel.: +49 0391/67 21668
Fax: +49 0391/67 14474

E-mail:Lars.buentjen@med.ovgu.de


Dr. med. Imke Galazky, Oberärztin

Otto-von-Guericke-Universität

Universitätsklinik für Neurologie

und Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg,

Deutschland



Tel: +49 0391-67-15031
Fax: +49 0391-67-15032
Email: imke.galazky@medizin.uni-magdebrug.de