CBBS Neuronetwork Neuroeconomics

Sprecher, Teilprojekt „Intrapersonelle Entscheidungsprozesse unter Risiko und Sicherheit”:


Dr. Marcus Heldmann


Mitarbeiter:


Dipl. biol. Claudia Brunnlieb

Dipl. Psych. Anja Rautzenberg

 

Mitglieder des CBBS Neuronetwork:

 

PD Dr. Michael Brosch, Institut für Neurobiologie, Teilprojekt „Einfluss des Wahlverhaltens auf neuronale Aktivität im Hörkortex von Makaken”

Dr. Söhnke Hoffmann, Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik, Teilprojekt „Dynamik altruistischen Verhaltens in Diktatorspielen”

 

Kooperationen:


Prof. Dr. Thomas F. Münte, Institut für Neuropsychologie, Universität Magdeburg

Prof. Dr. Bodo Vogt, Lehrstuhl für Empirische Wirtschaftsforschung, Universität Magdeburg

Prof. Dr. Jochen Weimann, Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik, Universität Magdeburg

Prof. Dr. Jens-Max Hopf, Arbeitsgruppe Aufmerksamkeit und perzeptuelles Lernen, IfN  Magdeburg

 

Thema


Neuroökonomie hat sich als Teilbereich der kognitiven Neurowissenschaften etabliert, welche interdisziplinär die neuralen Grundlagen von Entscheidungsprozessen zu beschreiben sucht. Für zunächst 2 Jahre fördert das Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) eine Kooperation der Klinik für Neurologie, des Leibniz-Instituts für Neurobiologie und dem Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik in dem Bereich Neuroökonomie. Das in der Neurologie angesiedelte Teilprojekt beschäftigt sich mit Einflussgrößen intrapersonaler Entscheidungsprozesse. Ein Fokus des Projektes liegt auf der Untersuchung der Wahrnehmung von Risiko in Gewinn- und Verlustsituationen. Neben der Beschreibung korrelierter neuronaler Aktivierungsprozesse soll ebenso der Frage nachgegangen werden, ob neurowissenschaftliche Erkenntnisse einen signifikanten Beitrag zur ökonomischen Theorienbildung leisten können. In einem zweiten Schwerpunkt wird die Beeinflussbarkeit sensorischer Informationsverarbeitung durch Lernprozesse untersucht. In den klassischen Ansätzen wird davon ausgegangen, dass sensorische Informationen, auf denen Entscheidungsprozesse beruhen, unbeeinflusst von Lerneinflüssen sind. Zusammen mit der Arbeitsgruppe von Michael Brosch soll am auditiven Kortex beim Makkaken und Menschen gezeigt werden, dass die Verarbeitung sensorischer Information bereits auf der Ebene primär sensorischer Areale durch vorherige Lernerfahrung verändert wird. Für die Beschreibung funktioneller neuronaler Grundlagen werden ereigniskorrelierte Komponenten im EEG, funktionelle Kernspintomographie und Magnetenzephalographie eingesetzt.


Ausgewählte Publikationen:


Heldmann M, van der Lugt A, Münte TF. 2008. Willenshandlung, Entscheidungen und „Theory of Mind“. In Gauggel, S. & Herrmann, M. (Hg.): Handbuch der Neuro- und Biopsychologie. Göttingen, Hogrefe.


Heldmann M, Vogt B, Heinze HJ, Münte TF. 2009. Different methods to define utility functions yield similar results but engage different neural processes. Front Behav Neurosci. 3, 43.

 

 

 

Abb. 1: Ereignisbezogene Potentiale des EEGs können genutzt werden, um unterschiedliche Methoden zur Beschreibung einer Nutzenfunktion zu vergleichen. Hypothetische Lotterien (A), die zur Bestimmung von Nutzenfunktionen verwendet werden, führen zu einer stärkeren Beteiligung von Handlungskontrollmechanismen als die klassische Methode der Mittenabfrage (B).

 


Abb. 2: Risikobehaftete Entscheidungen in Gewinn- und Verlustsituationen führen zu Aktivierungen in den gleichen Hirnarealen (Insulae und ACC), unterscheiden sich jedoch im Ausmaß der Aktivierungen.

 

Kontakt

 

Otto-von-Guericke-Universität

Universitätsklinik für Neurologie

und Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg,

Deutschland